…..denn das Armutsproblem ist ein Hungerproblem!

                                                               

Ministerpräsident Peter Harry Carstensen exklusiv beim Senat der Wirtschaft zur gerechten Ernährung - global

Bei einer impulsiven Rede über nachhaltige Ernährungspolitik überraschte Ministerpräsident Peter Harry Carstensen mit pragmatischen Erkenntnissen. Vielen Zuhörern wurde erstmalig deutlich, dass die Ernährungsfragen unmittelbar mit wirtschaftlichen Konsequenzen der Zukunft verbunden sind.

Ministerpräsident Carstensen zeigte eine direkte Verknüpfung auch mit ethischen Überlegungen, die reale Folgen für die Industrie und den Konsum haben könnten.

Im Kreise der Senatoren mahnte der Ministerpräsident: „Es liegt aber auch in unserem eigenen Interesse, angesichts der Globalisierung der Märkte zur Lösung des Welternährungsproblems beizutragen, um internationale Spannungen und durch Armut verursachte Wanderungsbewegungen zu vermeiden.“

So erläuterte er, dass zwischen 2003 und 2009 die Zahl der unterernährten Menschen in den Entwicklungsländern von 848 Millionen auf 1,02 Milliarden Menschen gestiegen ist. Und über eine Milliarde Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Diese Menschen können sich und ihre Kinder nicht so ernähren, wie es für ein gesundes und produktives Leben notwendig ist.

In den meisten Fällen beruhe Unterernährung nicht darauf, dass zu wenig Nahrungsmittel produziert würden. Über 1,1 Milliarden Menschen in Entwicklungsländern ‑ 30 Prozent der dortigen Bevölkerung ‑ lebten in absoluter Armut, fuhr Carstensen weiter fort. Sie haben ein Einkommen von ungefähr einem Dollar oder weniger pro Person und Tag. Und in manchen Regionen der Welt verderben nach der Ernte rund 30 Prozent der Vorräte bei Transport und Lagerung.

 

Die Ursachen der Armut ‑ und damit des Hungers ‑ sind zumeist die gleichen: Fehlender Zugang zu Land oder Krediten und ein Mangel an alternativen Einkommensmöglichkeiten. Wer Armut und Hunger bekämpft, muss hier ansetzen und die Lage auf dem Lande verändern.

Gegenüber dem Senat der Wirtschaft formulierte Carstensen klare Forderungen:

„Wir dürfen die Agrar- und Ernährungspolitik in der Entwicklungszusammenarbeit nicht länger vernachlässigen. Hier ist in der Vergangenheit zuwenig geschehen. Wir müssen neue Schwerpunkte in Forschung sowie Entwicklung setzen und dabei die Agrar- und Energieforschung stärken.

Wir brauchen modernste Techniken, die Kraftstoffe einer neuen Generation aus Abfallprodukten und Reststoffen gewinnen, ohne dass sich dies auf die Nahrungsmittelproduktion auswirkt.

Neue Technik ist notwendig. Wir dürfen die Grüne Gentechnik nicht verteufeln. Gentechnik ist unerlässlich, wenn wir Produktionssteigerung und Ertragssicherung wollen.

Mit Grüner Gentechnik können wir die Erträge verbessern und die Widerstandskraft der Pflanzen gegen Wasserknappheit, Schädlinge und Krankheiten stärken.“