Ehrensenatorin des Senates - die Mutter Theresa vom Rhein

Ungemein erfolgreich für das Gemeinwohl - unbeschreiblich hilfreich für die ärmsten Menschen.

   

Rosi Gollmann wurde für ihre große Lebensleistung zur ersten Ehrensenatorin des Senates der Wirtschaft ernannt.

Es gibt keine Beschreibung, die übertrieben sein könnte. Rosi Gollmann hat seit mehr als 50 Jahren ihr Leben der Hilfe unterstellt. Mehr als 1 Mio. Blinden half sie das Augenlicht wieder zu erlangen, mehr als 700.000 ärmsten Frauen half Sie durch Microkredite wieder Hoffnung und wieder Lebensunterhalt zu bekommen. Sie selber sagt, wahrscheinlich würde sie alle Senatorinnen und Senatoren in der Unternehmensgröße übertreffen, denn 700.000 Frauen seien Ihr Team auf der ganzen Welt.
Ein Leben voller sozialer Unternehmung, ein Leben für die Menschen. Eine Ehre für den Senat Rosi Gollmann zur Ehrensenatorin zu haben.




„Die Würde des Menschen ist unantastbar ….“ Die Väter und Mütter unseres Grundgesetztes haben diese Tatsache aus gutem Grund allem anderen vorangestellt.

Man könnte meinen, Sie, liebe Frau Gollmann, hätten daran mitgewirkt, denn Sie leben Mitmenschlichkeit, Liebe und Mitleid. Ja, ich nenne auch bewusst Mitleid, denn nur, wer mit leidet kann bewusst Nachempfinden, will und muss am Leid des anderen etwas ändern. Und das haben Sie eindrucksvoll bewiesen: Vor 50 Jahren lasen Sie den Stern-Artikel „Die Waisenkinder von Bombay“, in dem das Leid vieler Mädchen in Indien beschrieben wurde. Ein Grauen tat sich auf, dass Sie lange verfolgte: Hier wurde berichtet, wie Kindern Augen rausgerissen, sie geblendet oder verstümmelt wurden, um auf der Straße zu betteln. Die Not indischer Findelkinder in einem Waisenhaus in Andheri ließ Ihnen keine Ruhe.

Als praktizierende Christin und Religionslehrerin hatten Sie schon zuvor vielen Menschen geholfen: vernachlässigten Kindern, älteren Menschen und jungen Strafgefangenen. Ja, Sie sagen selbst, „ich lebe die Religion der Tat – nicht der Lehre“. Also schrieben Sie an die deutsche Leiterin des Waisenhauses und boten Ihre Hilfe an. Die Antwort kam prompt: „Gott sei Dank sind wir nicht mehr alleine. Jetzt wird alles gut.“ Zunächst packten Sie mit Ihren Schülern Hilfspakete für das Waisenhaus in Andheri. Ihre erste Reise dorthin – im Jahre 1961 – gab Ihrem Leben dann die vollkommene Wende:

Die Not entrechteter Frauen, das Elend vieler Kinderarbeiter in Steinbrüchen und Streichholzfabriken lässt Sie zur Hochform auflaufen –Sie wissen: hier ist tatkräftiges Handeln angesagt – abseits von staatlicher Entwicklungshilfe – hin zur „Entwicklungszusammenarbeit“.

Wie sagten Sie neulich bei Markus Lanz? „Ich wollte eine Entwicklungszusammenarbeit aufbauen. Almosen widersprechen der Würde des Menschen und stoppen das Teufelsrad der Armut nicht“.

Tatkräftig gingen Sie ans Werk: Sie machten auf die Not aufmerksam, Sie sammelten Gelder und scharten Menschen um sich, die Ihnen hilfreich zur Seite standen. So kam es 1967 zur Gründung der Andheri-Hilfe e.V. Ein weiser Entschluss!  Zunächst war das Hauptziel der Andheri-Hilfe die Sicherung der täglichen Handvoll Reis für die etwa 800 Kinder, die in dem vorhin erwähnten Waisenhaus – dem St. Catherine’s Home - lebten.

Die Andheri-Hilfe erlebte unter Ihrer Ägide einen anhaltenden Entwicklungsprozess:  Es ging bald nicht mehr um die Bekämpfung der Symptome Hunger, Krankheit und Not, sondern um das Hinterfragen und Beseitigen der Ursachen von Armut.

Zielgruppen waren notleidende Kinder, ihre unterprivilegierten Familien, besonders die Frauen und Mütter, unterentwickelte Dörfer, Menschen mit Behinderungen und Leprakranke. 1974 kam als besonderes Aufgabengebiet die Aktion Blindenheilung in Bangladesch hinzu. Mit dem kontinuierlichen Anwachsen der Aufgaben im indischen Subkontinent (Indien, Bangladesch, Nepal, Bhutan) wuchs der Helferkreis in Deutschland sogar über die Landesgrenzen hinaus. Ihnen, liebe Frau Gollmann, war dabei immer wichtig, dass Spender über die Vergabe der Mittel informiert und enger Kontakt zu den einzelnen Aktionsgruppen gehalten wurde. Nicht umsonst wurde Ihrer Organisation vom Deutschen Zentralinstitut für soziale Fragen das Spendensiegel als Zeichen geprüfter Seriosität und Spendenwürdigkeit zuerkannt.

Bis heute finanzierte die Andheri-Hilfe 1,2 Millionen lichtbringende Operationen für blinde Menschen in Bangladesch, ermöglichte zig tausenden Straßenkindern in Indien den Schulbesuch und half Frauengruppen mit Mikrokrediten, selbständig und in Würde zu leben.

Frau Gollmann, hier darf ich es sagen: Ich bewundere Sie von ganzem Herzen – Sie sind für mich die Mutter Theresa

vom Rhein!

Mit jetzt 83 Jahren sind Sie immer noch wie die Feuerwehr und die beste Botschafterin im Sinne der guten Sache. Dies gepaart mit Demut und der Aufgeschlossenheit allem Neuen gegenüber  sind Sie nicht zu toppen: Man müsste Sie wirklich klonen!

Neulich, in der Talkrunde bei Markus Lanz haben Sie ein Millionenpublikum in den Bann gezogen. Nicht nur ich war betroffen von Ihren Schilderungen über Gräueltaten, die heute noch in Indien praktiziert werden, weil Frauen dort nicht zählen. Dass 30 – 50 % aller neugeborenen Mädchen umgebracht werden: durch Pflanzengift, eingeträufelt in Mund, Ohren oder auf die Kopfhaut gerieben, durch Einflößen heißer Hühnerbrühe oder durch das Einwickeln in eiskalte Tücher. Es gibt wohl 14 verschiedene Tötungsmethoden. Dass diese unfassbaren Taten aus der Armut heraus resultieren, macht sprachlos – und das sollten wir nicht sein. Wir fragen uns nach dem Warum? - Sie haben die Antwort parat: Die Armut zwingt dazu, Mädchen kosten bei Heirat eine Mitgift die nicht aufzubringen ist – die Mütter sind nach diesen Tötungsdelikten traumatisiert.

 

Ihre Formel lautet: Hier müssen weiter Schulen gebaut werden, damit Bildung wächst und auch Frauen eine Chance haben. Es müssen weiter Mikrokredite an Frauen vergeben werden, damit sie in Würde und selbständig leben können. Und: Sie bringen es auf den Punkt: „Frauen sind praktischer, einfallsreicher als Männer. Über eine Frau erreicht man die Familie, oft ein ganzes Dorf“.

Auch Ihre Schilderung über die kleine Madras, die mit 5 Jahren schon im Steinbruch arbeiten musste, schockte das Millionenpublikum. Doch hier gab es ein Happy End. Madras konnte durch Ihre Hilfe zur Schule gehen und schrieb Ihnen einen Brief in dem

 

stand: „Früher brauchte ich meinen Kopf zum Steine schleppen, jetzt brauch ich ihn um zu lernen“.

Weiterhin konnte durch die Andheri-Hilfe 1.250.000 Augenoperationen finanziert werden – eine große Tat. Eine solche OP kostet 40 € und bringt Licht und Würde in das Leben. 

 

Ja, Frau Gollmann, das sind die Glückmomente in Ihrem Leben. Ein Leben für Menschen – die nicht so privilegiert leben können wie wir.

Sie haben bewusst auf eine eigene Familie verzichteten – dafür haben Sie eine große Familie gewonnen und natürlich auch Ihre Tochter Maryann, die sie als Erwachsene adoptierten.  Aber auch hierauf finden Sie eine Antwort: „Ich bin einfach nur dankbar. Für all die Liebe, die mir die Menschen schenken“ und darf hinzufügen: Wer Liebe aussendet wird auch Liebe empfangen.

Ich schließe mit Ihren Worten: „Der Mensch lebt nicht für sich allein. Viele Menschen kreisen nur um sich selbst. Wenn man sich für andere einsetzt, bekommt man so viel zurück.

Liebe Frau Gollmann, wir sind stolz Sie heute auszuzeichnen. Daher ernennen Präsidium und Vorstand Frau Rosi Gollmann aufgrund Ihrer hohen ethischen und sozialen Kompetenz und ihres beispiellosen humanitären Engagements zur Ehrensenatorin im Senat der Wirtschaft.

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Die würdige Laudatio, gehalten von Marliese Härthe, Vorstand des Hilfswerkes Wirtschaft für Menschen e.V., beschreibt die große Hilfe und übergroße Güte der Rosi Gollmann: