Genscher Ehrensenator des Senats der Wirtschaft Deutschland

         

Bei einem festlichen Galaabend hat der Senat der Wirtschaft im November 2010 Bundesminister a. D. Hans-Dietrich Genscher für seine lebenslange, gemeinwohlorientierte Politik zum Ehrensenator ernannt. Der  Festakt fand im Gästehaus der Bundesregierung auf dem Petersberg bei Bonn statt. Bundesminister Genscher bekannte sich in seiner Dankansprache ausdrücklich zu den Zielen des Senates und erklärte freudig : " Meine Frau und ich fühlen sich hier bei Ihnen sehr heimisch."

In der Begründung zur Verleihung stellt der Senat fest, dass die besondere Leistung bei den diplomatischen Verhandlungen im Zusammenhang mit der Deutschen Einheit historischen Wert erlangt haben und einen hervorgehobenen Platz in der deutschen Geschichte behalten werden. Der Senat weist aber weiter darauf hin, dass Beleg für die außerordentliche Gemeinwohlorientierung der politischen Entscheidung Hans Dietrich Genschers auch der Mut zu Neuwahlen 1982 war. Dabei hatte er nicht nur eigene Vorteile oder Karriereziele im Auge. Beim Regierungswechsel 1982 und der darauf folgenden Entscheidung zu Neuwahlen wurde sein Mut erkennbar, denn damit setzte er seine eigene Karriere aufs Spiel, da die Wiederwahl nicht garantiert erschien. Dennoch wollte er die Gemeinschaft der Wähler entscheiden lassen.

Hans-Dietrich Genscher nahm die Ehrenurkunde auf dem Bonner Petersberg persönlich entgegen und gab bei einer Dankesrede einen interessanten Einblick zu Hintergründen einiger politischer Entscheidungen seiner langjährigen Laufbahn.

Der Vorstandsvorsitzende des Senates der Wirtschaft Dieter Härthe stellte heraus, dass der neue Ehrensenator Genscher im besonderen Maße zu den Grundsätzen des Senates passt : Er hat durch viele Jahre immer wieder Rückrat in der Politik bewiesen. So ist Hans-Dietrich Genscher zum Vorbild auch für eine junge Generation geworden.“

In der Laudatio hatte zuvor der Präsident des Senates Prof. Dr. Radermacher die historische Rolle Genschers in der deutschen Geschichte hervorgehoben. Dabei beschränkte er sich nicht alleine auf die Bewertung der Leistung zur Deutschen Einheit. Genschers Wirken zur Gründung der FDP und die selbstlose Haltung beim Regierungswechsel 1982 waren ebenso bemerkenswerte Aspekte der mit standing ovation aufgenommenen Rede des Präsidenten.

Der Senat der Wirtschaft setzt sich aus Persönlichkeiten der Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft zusammen, die sich ihrer Verantwortung gegenüber Staat und Gesellschaft besonders bewusst sind. Sie tragen durch ihre Mitgliedschaft gemeinsam dazu bei, die Ziele des Senates im Dialog mit Entscheidungsträgern aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Medien umzusetzen.

Die ethischen Grundsätze des Senates können auch Grundlage und Leitlinie für das wirtschaftliche Handeln der Mitglieder des Senates sein. Fairness und Partnerschaft im Wirtschaftsleben, soziale Kompetenz von Unternehmern und Führungskräften prägen die Arbeit des Senates.